Kitty und Karlo

Hallo, mein Name ist Kitty. Am 1. Oktober 2001 wurden mein Bruder und ich im Tierheim Itzehoe geboren. Eigentlich waren wir 6 Geschwister, zwei sind aber gleich gestorben. Unsere Mama konnte uns keine Milch geben, so sind wir dann vom Tierheim zu sehr netten Menschen in eine private Pflegestelle geschickt worden, die uns liebevoll mit der Flasche aufgezogen haben. Mir ging es am Anfang auch nicht gut, und diese Menschen haben Angst gehabt, dass ich auch sterben würde. Ich hatte ganz wunde Hinterbeine und war ganz dünn. Aber die Menschen haben uns so gut gepflegt, und ich wollte auch unbedingt weiterleben, deshalb ging es mir mit der Zeit immer besser.

Dort lebten auch noch jede Menge weiterer Tiere, ein paar Katzen und Hunde, und außerhalb des Hauses wohl auch noch größere Tiere wie Pferde, die wir aber nie gesehen haben, weil wir uns lieber in dem schönen Haus aufgehalten haben.

Im November, als wir ungefähr 6 Wochen alt waren, kamen dann Leute, die sich uns angeschaut haben. Einmal, da kamen zwei, die mochten wir gleich. Ich habe die beiden sofort zum Spielen animiert, habe mich erst mal auf die Hinterpfoten gestellt und ein bisschen mit dem Menschen, der Stephan heißt, gekämpft. Natürlich nur so zum Spaß! Mein Bruder hat ganz doll geschnurrt, so wie er das eigentlich immer macht, wenn er in der Nähe von Menschen oder anderen Tieren ist, die er mag. Ich glaube, diese Menschen mochten uns sofort gerne, denn einige Zeit später kamen sie wieder, um uns abzuholen.

Am liebsten wären wir ja gleich mit denen gegangen, aber wir durften noch nicht, weil wir vorher noch zum Tierarzt mussten. Ich kann mich nicht mehr richtig dran erinnern, was der mit uns gemacht hat, aber wir bekamen beide eine Spritze. Ich weiß ja nicht, wie es meinem Bruder ging, aber ich wurde dann ganz müde. Als ich später in dem Haus von unseren Zieheltern wieder zu mir kam, tat mir mein ganzes Hinterteil weh und mir war übel. Auch meinem Bruder ging das so, später haben wir erfahren, dass wir kastriert worden sind, damit wir nicht noch mehr von unserer Sorte machen – schade eigentlich, ich finde, von uns kann es gar nicht genug geben. Aber die Menschen sehen das wohl anders.“

„Hallo, ich bin der Karlo, und ich möchte auch mal ein bisschen erzählen.

Am 14. Dezember war es dann soweit, die beiden Menschen kamen wieder und brachten einen kleinen gelben Korb mit. Unsere beiden Geschwister, auch ein Mädchen und ein Junge wie wir, waren schon einen Tag vorher abgeholt worden. Meine Schwester und ich waren schon den ganzen Tag ganz furchtbar aufgeregt, wir wussten irgendwie, dass was passieren würde.

Als die beiden Menschen, ein Männchen und ein Weibchen mit Namen Stephan und Daniela, dann wiederkamen, hat unser Ziehvater ihnen nur ganz kurz noch guten Tag gesagt, hat uns noch mal ganz traurig angesehen und ist dann verschwunden. Bis heute haben wir ihn nie wieder gesehen, das finde ich schade, denn ich hatte ihn sehr gern. Unsere Ziehmutter hat sich mit den beiden anderen Menschen dann noch hingesetzt und ihnen erzählt, was sie uns zu essen geben sollen. Da haben wir dann auch zum ersten Mal unsere Namen gehört.

Wir haben uns dann von unserer Ziehmama verabschiedet und sind zusammen mit unserer Spielmaus in den gelben Korb gegangen. Von den Menschen, die seitdem unsere Dosenöffner sind, wurden wir in ein Auto gestellt und ganz lange gefahren, bis das Auto irgendwann wieder ruhig war und wir da wieder raus genommen wurden. Unsere neuen Menschen haben uns mitsamt dem Korb dann in ihrer Wohnung abgestellt und die Tür aufgemacht. Eigentlich waren Kitty und ich ja schrecklich neugierig, aber das roch alles so anders, und da waren so viele Geräusche, die wir noch nicht kannten, deshalb haben wir uns erst nach einiger Zeit aus dem Korb rausgetraut.

Das sah dort natürlich alles anders aus als wir es bisher gewöhnt waren, und es waren keine vertrauten Geräusche, wir waren deshalb erst mal sehr vorsichtig und haben uns alles ganz in Ruhe – aber immer auf der Hut – angesehen. Unsere neuen Dosenöffner haben uns auch ganz in Ruhe gucken lassen, wir wussten auch noch nicht, wie wir uns denen gegenüber verhalten sollten, das muss man ja mit der Zeit austesten. Wir sind dann auch ganz ruhig gewesen in der ersten Nacht.

Am nächsten Morgen hatten wir schon jede Ecke unseres neuen Zuhauses inspiziert. Unsere Dosenöffner haben uns auch immer wieder hochgenommen und in unser Katzenklo gesetzt, wohl, damit wir uns merken wo das steht. Hmm, was denken die Menschen eigentlich von uns Katzen? Na ja, ganz unrecht hatten sie damit wohl nicht, denn ich hatte schon so meine Probleme, das wieder zu finden. Es stand in einem Raum, den die Menschen „Badezimmer“ nennen. Nur – dort war eine Tür und die stand immer nur einen Spalt breit auf. Ein paar Mal habe ich das dann nicht ganz bis dahin geschafft und ein paar Pfützen auf den Teppich im großen Zimmer (Wohnzimmer nennen die den Raum) gemacht. Geschimpft hat aber nie einer mit mir deswegen, das fand ich toll. Die Daniela hat dann auch die Toilette erst mal in dieses Wohnzimmer gestellt, so dass auch ich dann keine Probleme mehr hatte, dahin zu finden.

Als wir uns schon so ein bisschen eingelebt hatten, kamen wieder neue Menschen. Die waren kleiner und etwas älter als unsere Dosenöffner, sie wurden uns als die Eltern von dem Stephan vorgestellt. Wir beide fanden die sofort nett. Meine Schwester hat die Frau, die Irmgard heißt, gleich belagert, sie hatte etwas um den Hals hängen, was Kitty ganz doll interessant fand. Damit hat sie rumgespielt. Unsere Menschen haben dabei entzückte Schreie ausgestoßen und fanden das ganz toll – klar, dass wir dann damit weitermachen!“

„Tja, der Karlo war dann auch schuld, dass wir immer von so einem Gerät belästigt wurden, was ganz furchtbar viel Lärm gemacht hat. Der konnte ja das Klo nicht finden, deshalb musste es ins Wohnzimmer zu unseren anderen Möbeln gestellt werden. Weil wir ja nun mal gründliche Tiere sind und unsere Geschäfte nicht offen herumliegen lassen möchten, haben wir die immer bestmöglich zugescharrt, dabei ging der ganze Sand daneben. Dann kam immer die Dani mit diesem lauten Ding an der Leine, das hat den ganzen Sand mit lautem Getöse aufgegessen. Hinterher wurde es wieder in seinen Käfig zurückgebracht und war wieder still.

Wir haben in dem großen Zimmer noch mehr Möbel, die ganz allein uns gehören. Da ist ein kleiner Kratzbaum, der sah aber schon ziemlich zerfetzt aus, und eine Kuschelhöhle. Damals passten wir da noch zu zweit rein und haben schön da drin geschlafen, heute spielen wir viel lieber damit. Diese Möbel dufteten aber schon nach einer anderen Katze. In dem Zimmer steht auch ein Bild mit einer schwarz-weißen langhaarigen Katze drauf, die sieht lieb aus. Ich habe mal mitbekommen, dass diese Katze „Dusty“ heißt und ein Perserkater ist, einer von der vornehmen Sorte. Er soll aber auch schon ziemlich alt sein und bei den Eltern von der Dani wohnen, das ist aber ziemlich weit weg, deshalb weiß ich nicht, ob wir ihn mal kennen lernen.

 

Der Stephan ist mal eine Woche zuhause geblieben, Urlaub nennen die Menschen so was. Er hat da witzige Dinge gemacht, „Computerspiele“ sagt er dazu. Wir fanden das klasse, haben immer versucht, diese kleinen Flugzeuge zu fangen, die da hin und her huschten, aber das hat nicht geklappt. Der Stephan hat dann der Dani mal geschrieben, auch über diesen Computer, da bin ich auch mal über die Tastatur gelaufen, weil ich ihr auch was

schreiben wollte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einige Zeit später haben unsere Dosenöffner dann auf einmal etwas komisches in den Raum gestellt. Das war so ein Gerüst mit lauter grünen pieksigen Dingern dran, das roch richtig lecker, so nach „Draußen“. Die haben dann ganz viele Lichter und lustige Sachen da drangehängt, das glitzerte und funkelte überall. Aber spielen durften wir nicht mit den Sachen. Na ja, wir haben uns dann eben immer unter dem Ding versteckt. Ich glaube, die haben das „Weihnachtsbaum“ genannt.

Dieses Weihnachten war überhaupt eine schöne Zeit. Unsere Dosenöffner waren die ganze Zeit bei uns – tags und nachts – und haben mit uns gekuschelt und gespielt.

 

Einmal hat sich dann etwas ereignet, was mir ein bisschen peinlich war. Ich hatte ein paar von diesen pieksigen Dingern gegessen, die waren zwar nicht lecker, aber haben so schön gepiekst. Ich lag dann bei der Dani auf dem Schoß und hab geschlafen, der Karlo lag daneben. Plötzlich wurde mir ganz übel und das vorher gegessene Futter kam im hohen Bogen wieder raus, genau über die Hose von Dani und über den Karlo. Die Dani hat gleich nach dem Stephan geschrieen, der mal wieder an dem Computer saß. Der musste ganz doll lachen, als er das gesehen hat. Ich habe so getan, als wäre nichts gewesen, und habe versucht, das alles ganz schnell wieder aufzuessen. Der Karlo wusste gar nicht, was los war, hat nur ganz verschlafen geguckt. Dann hat aber der Stephan einen nassen Lappen geholt und hat alles wieder sauber gemacht. Wieder hat keiner mit uns geschimpft, unsere Dosenöffner sind da immer so lieb. Trotzdem – mir war das richtig peinlich!“

„Ein paar Tage später kamen dann wieder die Eltern von Stephan zu uns, Irmgard und Erich. Diesmal haben sie einen Hund mitgebracht, so einen lustigen kleinen schwarzen mit gekringelten Haaren. „Tarus“ haben sie ihn immer gerufen. Der war ganz aufgeregt, als er uns entdeckt hat. Kitty wollte gleich mit ihm spielen. Das wollte er aber nicht und hat sich immer versteckt. Ich hätte gerne ein bisschen mit ihm gekuschelt, aber das war ihm wohl auch unheimlich. Wir sind dann alle hintereinander her immer durch die Wohnung gelaufen, während unsere Menschen gegessen haben. Nach dem Essen ist der Tarus mit seinen Dosenöffnern wieder weggegangen. Schade eigentlich. Na ja, manchmal kommt er uns besuchen, aber ich glaube, er mag uns nicht leiden. Kitty möchte immer mit ihm spielen und haut nach ihm. Er quiekt dann immer und versteckt sich hinter den Menschen. Ich habe es schon mal geschafft, mich an ihn zu kuscheln, aber er hat ganz doll gezittert.

Inzwischen haben wir auch ganz viele Freunde und Verwandte von unseren Dosenöffnern kennen gelernt, die sind alle richtig nett, und wir möchten die alle - und ihre Haustiere - ganz lieb grüssen!"

So, nun will ich doch mal weitererzählen:

Wir schreiben nun mittlerweile Februar 2005, Kitty und Karlo sind mittlerweile “gestandene” Katzen von 6,5 und 8,5 kg, richtige Puschel! Wir haben mit den beiden nach wie vor viel Freude! Im Sommer 2002 hatte Kitty uns allerdings viele Sorgen bereitet. Sie fing plötzlich an zu humpeln, und das wurde immer schlimmer. Beim Tierarzt wurde dann festgestellt, dass sie einen Bruch im Knie erlitten hatte - bitte fragt mich nicht, wie es dazu kam, ich habe bis heute keine Ahnung. Unsere Vermutung war, dass sie vom Kratzbaum gefallen ist und dabei mit dem Beinchen auf den Schreibtisch aufgeschlagen ist, der damals noch direkt neben dem Kratzbaum stand. Sie sollte dann operiert werden, wir hatten sogar schon einen Termin in der Tierklinik. Überzeugt waren wir davon allerdings nicht, da unsere Tierärztin damals zunächst meinte, normalerweise heilen Brüche bei Katzen von allein. Außerdem sollte Kitty nach der OP 3 Monate lang Boxenruhe haben - ihr Leben also in einer kleinen Kiste verbringen. Nein, das gefiel uns nicht!
Kurz vor dem Termin wurde es jedoch plötzlich besser, Kitty humpelte zwar nach wie vor, knickte aber mit dem Bein nicht mehr so schlimm ein. Wir haben umgehend den Termin abgesagt! Von da ab wurde es von Tag zu Tag besser. Nun kam allerdings noch ein Husten hinzu, der manchmal ziemlich schlimm war. Unsere Tierärztin wollte Kitty “auf Verdacht” Herztabletten geben - daraufhin haben wir uns einen neuen Tierarzt gesucht. Mittlerweile ist aber der Husten fast komplett verschwunden, nur noch bei sehr niedriger Luftfeuchtigkeit kommt es mal vor, dass Kitty noch hustet.

Kitty hat lustige Vorlieben entwickelt, sie liebt zum Beispiel das Innere von Salatgurken, schlabbert gerne an Wassermelonenfleisch herum und verschmäht auch ein Stück Apfel nicht - aber bitte nur Boskop! Aber am allerliebsten mag sie Spargelschalen :-)

Karlo ist ein typischer Garfield geworden. Wenn er nicht bei dem ersten Magenknurren umgehend etwas zu Fressen bekommt, wird er unausstehlich und macht sich durch penetrantes Kratzen an Möbeln bemerkbar - morgens oder nachts auch gern durch Kratzen an der Schlafzimmertür - dagegen hilft aber ein Wache schiebender Staubsauger an einer Funksteckdose, der dann wie von Geisterhand mal kurz “faucht”. Wenn Karlo satt ist, ist er jedoch der liebste Kater der Welt - sein lautes Schnurren muss mittlerweile allerdings mit dem von Fiete konkurrieren.

Unsere drei haben mangels Freilauf mittlerweile eine halbwegs katzensichere Terrasse mit einer kleinen Rasenecke, einem Kletterbaum und zwei Aussichtsplattformen, damit sie auch die Nachbarn jederzeit beobachten können! Die Terrasse ist jetzt rundherum mit Katzennetz versehen, ein abschließbares Tor komplettiert diesen Hochsicherheitstrakt.

Fotos von Kitty und Karlo findet ihr im Fotoalbum.